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Heilpädagogen sind gefragte Fachkräfte in der Unterstützung und Förderung von Menschen mit Entwicklungsbeeinträchtigungen und Behinderungen. Dass sie an deutschen Ausbildungsstätten und Fachakademien für Heilpädagogik für ihre Aufgaben gut ausgebildet werden, bescheinigt jetzt eine wissenschaftliche Studie, in deren Rahmen Anstellungsträger sowie Lehrkräfte und Studierende von 49 deutschen Fachschulen/Fachakademien – darunter auch die Ludwig Schlaich Akademie, Institut für soziale Berufe der Diakonie Stetten – befragt wurden.
Annähernd 80 Prozent der Lehrenden und Studierenden an deutschen Ausbildungsstätten und Fachakademien für Heilpädagogik stellen ihrer Institution ein gutes bis sehr gutes Zeugnis aus. Rund drei Viertel der Einrichtungen, die Heilpädagoginnen und Heilpädagogen beschäftigen, sehen ihr Personal als gut (55,3%) bis sehr gut (20,2%) auf den Beruf vorbereitet an. Nur 2,7 Prozent der Befragten benoten ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als nicht ausreichend qualifiziert.
Dies sind Beispiele aus einer Fülle von Daten, die eine wissenschaftliche Untersuchung über die Qualität der Ausbildung an heilpädagogischen Ausbildungsstätten und Fachakademien in Deutschland hervorbrachte. Die Ständige Konferenz von Ausbildungsstätten für Heilpädagogik in der Bundesrepublik Deutschland" (StK) hat diese Untersuchung zusammen mit der Hochschule Vechta durchgeführt. Die StK ist ein Zusammenschluss von Ausbildungsstätten, die die Ausbildung mit der Berufsbezeichnung "Staatlich anerkannte Heilpädagogin" oder "Staatlich anerkannter Heilpädagoge" anbieten. Sie verfolgte mit der Untersuchung das Ziel, qualitative und quantitative Aussagen über die heilpädagogische Ausbildung zu bekommen und mit den Ergebnissen Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung zu betreiben.
Befragt und unter die Lupe genommen wurden auch Lehrkräfte und die Ausbildungsstätten selbst. Danach identifizieren sich die Lehrkräfte in hohem Maße mit ihrer Arbeit. Auch die wesentlichen Teile der Leitbilder der Schulen sind mehrheitsfähig. Darüber hinaus zeigte sich die überwiegende Zahl der Lehrkräfte mit der jeweiligen Schulleitung zufrieden. 98 Prozent der Befragten meinen, dass das Lernklima von gemeinsamer Verantwortung von Lehrkräften und Studierenden getragen wird.
Für die praktische Ausbildung legen die Schulen großen Wert auf Praxisfelder, von deren heilpädagogischer Qualität sie sich überzeugt haben. Dies wird von 72,5 Prozent der Studierenden bestätigt.
„Die Studie ist eine tolle Bestätigung unserer Qualitätsbemühungen“, freuen sich Bärbel Buckert und Josef Silberzahn, Fachbereichsleiter des Seminars für Heilpädagogik der Waiblinger Ludwig Schlaich Akademie. „Die Umfrage hat gezeigt, dass wir mit unseren Angeboten richtig liegen.“ So hat z.B. die Ludwig Schlaich Schule schon seit einigen Jahren den fächerübergreifenden und themenbezogenen Unterricht eingeführt und gehört damit zu den wenigen Fachschulen für Heilpädagogik die bundesweit nach diesem System unterrichtet.
Neben Heilerziehungspflege und Arbeitserziehung ist das Seminar für Heilpädagogik der dritte Ausbildungs-Schwerpunkt der traditionsreichen Ludwig Schlaich Akademie. In drei Studiengängen werden 60 Studierende aus dem ganzen Süddeutschen Raum berufsbegleitend in Heilpädagogik unterrichtet. Angepasst an die persönliche Situation ist eine dreijährige oder fünfjährige Ausbildungsdauer wählbar. Eine vierte Ausbildung mit weiteren 20 Plätzen soll im Mai eröffnet werden. „Die Bewerbungssituation für unsere Angebote ist sehr gut“, so Buckert.
Heilpädagogik ist eine staatlich anerkannte Ausbildung für berufserfahrene sozial-pädagogische Fachkräfte. Im Mittelpunkt steht die Vertiefung, Erweiterung und Differenzierung der eingebrachten Kompetenzen sowie die Qualifizierung auf den Gebieten der heilpädagogischen Alltagsgestaltung, Behandlung und Beratung. Sie gilt auch als gute Vorbereitung für Leitungs- und Anleitungsaufgaben in sozialen Einrichtungen.
“Durch ihr fundiertes methodisches Wissen sind sie ausgesprochen Kompetent für die Arbeit mit Menschen in Krisen und anderen erschwerten Lebenssituationen”, betont Josef Silberzahn und bedauert, dass Personalentscheider häufig die Qualitäten der Heilpädagogen gar nicht kennen. Vor allem bei Stellenausschreibungen im sozialen Bereich könnte dann gezielter nach Heilpädagogen gesucht werden.
Weitere Informationen gibt es unter www.heilpaedagogik-ausbildung.de im Internet oder per Post bei der Ludwig Schlaich Akademie, Devizesstr. 4, 71332 Waiblingen, Telefon: 07151 9531-4651.
Eberhard O. Brachhold